Stöckheim im Wandel der Jahrhunderte

Stöckheim ist ein Stadtteil in Braunschweigs Süden. Die östliche Siedlungsgrenze bildet die Bundesautobahn 36 (früher 395) Richtung Bad Harzburg, im Westen begrenzt der Verlauf der Oker die Bebauung. Die Nachbarorte auf dem linken westlichen Okerufer sind Leiferde und Rüningen, zu denen jeweils eine Okerbrücke führt. Im Norden grenzt der Springbach die Stadteile Melverode und Stöckheim voneinander ab. Im Süden hat Stöckheim eine gemeinsame Grenze mit Wolfenbüttel, die durch das Lechlumer Holz verläuft. Die Zentren Braunschweigs und Wolfenbüttels sind etwa 6 km vom Stöckheimer Markt entfernt.

Stöckheim liegt auf einem Höhen-Niveau von 75 m auf Oker Niveau bis 78 m am Stöckheimer Markt. Die höchsten Erhebungen mit ca. 82 m finden sich am Helmholtz-Zentrum und am Neubaugebiet Schiefer Berg.

Bis zur Eingemeindung zur Stadt Braunschweiger 1974 gehörte Stöckheim zum Landkreis Braunschweig. Bis 1962 wurde der Ort in Abgrenzung zum heutigen Wolfenbütteler Stadtteil Groß Stöckheim als Klein Stöckheim bezeichnet. Seit 2021 bilden die Stadtteile Stöckheim und das benachbarte Leiferde, den Stadtbezirk 211 Braunschweig-Süd.

Der Ort Stöckheim kann auf eine über 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war der Ort bäuerlich geprägt, entwickelte sich dann aber zusehends zu einem urbanisierten Vorort der Stadt Braunschweig. Seine Verkehrsinfrastruktur und -anbindung macht ihn als Wohnquartier für den Großraum Braunschweig – Wolfsburg – Salzgitter – Wolfenbüttel attraktiv, was zu reger Bautätigkeit und Schaffung neuer Siedlungen führt.

Tourist beim Fotografieren eines Gebäudes
Fenster eines Gebäudes in Nürnberg, Deutschland

Lebten Ende des 18. Jahrhunderts knapp über 200 Einwohner in Stöckheim, so waren es Mitte der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts schon ca. 2.000 Einwohner. Danach setzte ein rapides Wachsen der Stöckheimer Bevölkerung ein. Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts betrug die Einwohnerzahl bereits ca. 5.000, um sich bis 2025 auf 6.870 zu steigern.

Der fruchtbare Lößboden Stöckheims wird heutzutage für den Weizen- und Rübenanbau genutzt, die feuchten Wiesen in der Okeraue für die Viehzucht. Ein Großteil der landwirtschaftlichen Flächen wurden bereits ab den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts mit Siedlungshäusern und seit den 60er Jahren auch mit Mehrfamilienhäusern bebaut.


Die historische Entwicklung Stöckheims wurde wesentlich durch seine zentrale Lage zwischen den welfischen Herrschaftszentren Braunschweig und Wolfenbüttel geprägt. Die wichtige Heerstraße verlief parallel zur Oker durch den Ort. Ende des 17. Jahrhunderts schufen die Herzöge von Braunschweig-Wolfenbüttel eine neue noch direktere Verbindung zwischen ihren Residenzen, den Herrschaftlichen Weg, der heutigen Leipziger Straße. Die Lage zwischen Braunschweig und Wolfenbüttel führte aber auch dazu, dass Stöckheim Ausgangspunkt kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Herzog und Stadt Braunschweig aber auch zwischen den Schweden und den kaiserlichen Truppen im Dreißigjährigen Krieg wurde. Nach der Reichseinigung 1871 entwickelte sich der Ort zudem zum Ausflugziel Erholungssuchender Braunschweiger. Befördert wurde dies durch die Einführung einer Straßenbahn-Verbindung 1897 von Braunschweig über Stöckheim nach Wolfenbüttel.